Ist Theologie ohne die Armen ärmer?
Dazu war letztens in meiner Universität ein Vortrag. Am 29.01. starb der Punk “Moscha” in der Nacht direkt vor dem Unigebäude an Unterkühlung. An dieser Stelle finden jetzt verschiedenste Trauerbekundungen statt (Foto folgt).
Als ich das sah, fiel mir eigentlich auf, wie makaber diese ganze Sache ist: wir Theologen reden “wissenschaftlich” darüber, ob unsere Wissenschaft ohne die Armut ärmer wäre. Ist das nicht makaber? Das hört sich ja so an, als ob wir Armut generell1 fördern würden. Das darf aber nicht sein. Das ist nicht (christlich) verantwortbar. Vor allem, und hier muss ich selbst knallhart zu mir selbst sein: kriegen wir was über die ganzen Obdachlosen überhaupt mit? Moscha starb in der Innenstadt von Freiburg. Mittendrin, neben der theologischen Fakultät vor Kollegiengebäude 1. Viele Menschen laufen, auch nachts, daran vorbei. Auch ich. Ich weiß allerdings nicht, ob ich ihn gesehen habe – und da liegt das Problem. Wir nehmen Arme (auch freiwillig Arme) überhaupt nicht mehr wahr. Schlimm für einen Terziaren eines Bettlerordens.
Kann man das verantworten, oder sollen Arme und Obdachlose nicht nur in das Blickfeld der Theologie vordringen (da sind sie schon lange…), sondern für die Theologie relevant werden? Sollen wir nicht als Theologen und als Christen (!) mehr von diesen beeinflussen lassen? Kann nicht nur die geistige Armut, sondern auch die materielle, ein Ziel sein. Inwieweit diese Armut dann gehen muss/soll/darf, ist eine andere Frage, aber sollten wir nicht mal darüber nachdenken? Jedenfalls muss für uns jeder Mensch ein relevanter Mensch sein.
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- Generell heißt: allgemeine Armut, Armut nicht des Zeugnis wegens ↩
